Die Sportpsychologie gewann in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung und wurde zu einem fixen Bestandteil im Leistungs-, sowie im Gesundheitssport. Die Arbeitsfelder sind sehr unterschiedlich, sie reichen vom Bereich der Leistungsoptimierung bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung.
Immer wieder werde ich von Personen gefragt, was Sportpsychologie eigentlich ist. Ich verwende dann immer folgendes Erklärungsmuster:
Wie in der unteren Abbildung von Weineck (2000), einem Sportwissenschafter, ersichtlich, hängt die sportliche Leistungsfähigkeit von einer Vielzahl an Faktoren ab. Jeder dieser Faktoren kann durch sportpsychologisches Training positiv beeinflusst werden und daher Ansatzpunkt einer sportpsychologischen Betreuung sein:

Technik:
- Psychomotorisches Training zur besseren Körperwahrnehmung und Koordination
- Mentales Training zur Technikoptimierung
- Analyse der Kommunikationsmuster Coach-AthletIn um Kommunikationsmissverständnisse im Bereich der Technikvermittlung zu beseitigen
- Coach the Coach
Kondition:
- Selbstgesprächstraining um die mentale Ausdauer und die mentale Härte zu erhöhen
- Entspannungstechniken zur effektiveren und schnelleren Regeneration nach Belastungen
- Zielsetzungstraining zur Motivationssteigerung im Konditionsbereich
Taktisch-Kognitive Fähigkeiten:
- Selbstgesprächstraining zur effektiveren Umsetzung taktischer Vorgaben im Wettkampf
- Konzentrations- und Aufmerksamkeitstraining zur Steigerung der kognitiven Leistung
Soziale Fähigkeiten:
- Teambildung
- Kommunikationstraining
- Konfliktlösungs- und Kooperationsfähigkeitstraining
- Stärkung des Selbstwertes
- Persönlichkeitsentwicklung
Veranlagungsbedingte, konstitutionelle und gesundheitliche Faktoren:
- Psychische Hilfe nach Verletzungen
- Unterstützung in den Bereichen Karriereplanung, Umgang mit Medien, und Ausbildung
- Ausgewogene Erholungs- und Beanspruchungsbilanz zur Vermeidung von Übertraining und Burnout
Psychische Fähigkeiten (wobei ich das Wort Fertigkeiten bevorzuge):
- Adäquater Umgang mit Druck und Nervosität
- Leistungsunterstützende Selbstgespräche
- Optimales Aktivierungsniveau
- Mentale Wettkampfvorbereitung
- Reflektionsfähigkeit
Zusammenfassend können Sie als AthletIn von folgenden Punkten profitieren:
- Erhöhung und Stabilisierung der Motivation in Training und Wettkampf
- Optimierung von Aufmerksamkeit und Konzentration
- Erhöhung der Belastbarkeit in Stresssituationen und der psychischen Stabilität
- Verbesserung der Erholungs- und Entspannungsfähigkeit
- Erhöhung der Kooperationsfähigkeit, Optimierung der Mannschaftsdynamik
- Verbesserung der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
- Optimierung des Bewegungslernens und Verbesserung von Bewegungsabläufen
- Verringerung der Verletzungsanfälligkeit, psychische Hilfe nach Verletzungen
- Entwicklung der Persönlichkeit und des Selbstbewusstseins
Im Gesundheitsbereich fördert die Sportpsychologie einen achtsameren Umgang mit den Gesundheitsressourcen (Bewegung, Entspannung, Mentalkraft etc.). Das führt zu einem bewussten Lebensstil, zu mehr Wohlbefinden und schlussendlich zu einer höheren Lebensqualität.
Nicht unerwähnt möchte ich die sportpsychologische Forschung lassen. Sie bietet die Grundlage der täglichen Arbeit mit den Sportlerinnen.
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